Leder ABC
Wird Leder zum Luxusgut?

Wird Leder wieder zum Luxusgut?
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Stationen der Lederherstellung

Stationen der Lederherstellung
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Lederarten von A – Z

Leder ist nicht gleich Leder. Es gibt viele verschiedene Lederarten für unterschiedliche Verwendungszwecke. Bei der Lederart kommt es nicht nur auf das Tier an, von der sie stammt, sondern auch darauf, für welchen Zweck sie eingesetzt wird. Deshalb wollen wir hier wesentliche Lederarten für Schuhe und ihre Besonderheiten verdeutlichen. Sie finden ein kleines „Leder-ABC“, das die gängigsten Begriffe nennt und beschreibt.

Jede Haut, die zu Leder wird, hat zwei Seiten. Auf der „Narbenseite“ waren beim Tier die Haare. Die „Fleischseite“ war dem Tierkörper zugewandt. Kräftige Häute werden vor der Gerbung gespalten. Es entstehen die „Narbenspaltseite“ als oberer Teil und die „Fleischspaltseite“ als unterer, abgespalteter Teil der Haut. Alle Seiten werden zu Leder verarbeitet.

Altgegerbtes Leder:

Ergebnis einer speziellen Art der Gerbung für sehr haltbares, kerniges Leder, insbesondere für Schuhsohlen. Ausgewählte pflanzliche Gerbstoffe, z.B. von Eiche und Fichte, werden als „Lohe“ eingesetzt. Lange Gerbdauer (12 Monate und mehr) ergibt höchste Qualität durch gleichmäßige Gerbstoff-Verteilung im Lederquerschnitt.

Brandsohlleder:

Flexibles Rindleder von der „Fleischspaltseite“ (s. Einleitung) als tragende Basis von Qualitätsschuhen (s. dort). Die aus diesem Leder entstehende „Brandsohle“ ist ein herausragender Schuhbestandteil, weil sie der Anpassung und Stabilität der Schuhform sowie der Fußgesundheit dient.

Chevreaux:

Elegantes Ziegen- oder Zickelglattleder für Schuhe. Es ist besonders fein, aber gleichzeitig sehr haltbar, hat eine feste Struktur und eine leuchtende Oberfläche.

Decksohle:

Dünne und geschmeidige Lederinnensohle von Schuhen, Teil des Futterleders (s. dort). Auf der Decksohle sind oft Markenbezeichnung und andere Hinweise eingedruckt oder geprägt.

Exotenleder:

Sammelbegriff für Leder aus den Häuten von Krokodilen, Schlangen oder Eidechsen. Sehr wertvolles, aber auch empfindliches Leder.

Futterleder:

Sehr dünnes, flexibles Leder vom Kalb, Rind, Schaf oder Schwein. Es dient als Lederfutter in Schuhen und wird auch für orthopädische Zwecke verwendet.

Glattleder:

Oberbegriff für alle Lederarten, die auf der „Narbenseite“ (s. Einleitung) entstehen. Es kann glatt, strukturiert, genarbt, geprägt oder geschrumpft sein.

Haut:

Generelle Bezeichnung der Häute größerer Tiere wie Rind, Büffel, Ross oder Schwein, die zu Leder verarbeitet werden. Häute kleinerer Tiere (Kalb, Ziege, Schaf) nennt man Fell.

Imprägniertes Leder:

Wasser- und schmutzabweisendes Leder, das diese schützenden Eigenschaften – im Gegensatz zur nachträglichen Spray-Imprägnierung – bereits bei der Gerbung erhält.

Juchtenleder:

Weich gegerbtes Rind- oder Kalbleder. In Nachahmung des echten russischen Juchten mit wohlriechendem Birkenteeröl behandelt.

Kalbleder:

Für Schuhe vielfach verwendete, geschmeidige Lederart aus den Fellen von Kälbern, eingesetzt als Oberleder (s. dort) oder Futterleder (s. dort). Im Oberlederbereich findet man gelegentlich auch noch den englischen Begriff „Boxcalf“.

Lackleder:

Hochglänzendes Leder von Rind, Kalb oder Ziege mit spiegelnder Oberfläche. Das Leder erhält sein typischen Aussehen durch eine dünne Beschichtung mit Lack oder Firnis.

Metallic-Leder:

Metallisch wirkendes Leder mit changierendem Perlglanz- oder Perlmutt-Effekt, der durch Zugabe von Metallpulver oder –folien bei der abschließenden Leder-Veredelung nach der Gerbung erzielt wird.

Nappaleder:

Sehr weiches, griffiges Glattleder von der „Narbenseite“ (s. Einleitung). Ursprünglich nur die Bezeichnung für Handschuh- und Bekleidungsleder, heute jedoch Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder aller Tierarten und Verwendungszwecke. Benannt nach der kalifornischen Stadt „Napa“, wo das Bearbeitungsverfahren entwickelt wurde.

Nubukleder:

Festes, auf der „Narbenseite“ (s. Einleitung) leicht angeschliffenes Kalb- oder Rindleder mit pfirsichhautartiger Oberfläche. Dem Veloursleder (s. dort) ähnlich, aber insgesamt noch feiner und edler wirkend.

Oberleder:

Bezeichnung des Leders für die äußeren Schuhoberteile, den Schuhschaft. Alle Lederarten können zu Oberleder verarbeitet werden, je nach Verwendungszweck.

Porc:

Englischer Begriff für Leder vom Hausschwein, oftmals bei Bekleidung zu hören. Bei Schuhen spricht man in der Regel direkt von Schweinsleder, wo es als Oberleder (s. dort) oder Futterleder (s. dort) eingesetzt wird.

Qualitätsleder:

Findet Verwendung bei hochwertigen Schuhen und zeichnet sich durch Qualität in Herkunft und Verarbeitung aus. Nur solches Leder gewährleistet eine wertvolle Schuhproduktion in allen Bestandteilen.

Rindleder:

Gängige Lederart für Schuhe, die sowohl als Oberleder, Brandsohlleder und Sohlleder (s. jeweils dort) verarbeitet werden kann.

Sohlleder:

Kräftiges, strapazierfähiges und stabiles Rindleder (s. dort) für Schuhsohlen. Es entsteht oft in einem traditionellen Verfahren der Gerbung als „Altgegerbtes Leder“ (s. dort).

Tranleder:

Lederart, bei deren Veredlung nach der Gerbung Öle und Fette eingearbeitet werden. Das Leder erhält so eine erhöhte Zugfestigkeit, Geschmeidigkeit und Wasserdichte. Es ist bei Wanderstiefeln und im Bereich strapazierfähiger Schuhe anzutreffen.

Unterbau:

Allgemeine Bezeichnung für die unteren Bestandteile wie Sohle, Brandsohle und Absatz von Schuhen. Der Unterbau kann aus Leder und anderen Materialien bestehen.

Veloursleder:

Oberbegriff für alle auf der „Fleischseite“ (s. Einleitung) hergestellten Lederarten. Es ist besonders weich und geschmeidig, kann von fast allen Tieren stammen und wird gern bei Schuhen eingesetzt. Gelegentlich hört man – im Gegensatz zu Glattleder (s. dort) – auch den Begriff Rauhleder.

Wildleder:

Anschmiegsames, samtiges Leder aus echten Wildfellen von Hirsch, Elch, Reh oder Gämse. Im Volksmund oftmals fälschlich als allgemeine Bezeichnung für Velours- und auch Nubukleder (s. jeweils dort) verwendet.

XY-ungelöst:

Für diese Buchstaben können wir Ihnen zwar keine Lederarten nennen, aber ungelöst ist für Schuhkenner immer wieder die Frage, warum sich viele Menschen nach wie vor billiges und ungesundes Schuhwerk antun.

Zurichtung:

Bezeichnung bei Leder für alle Arbeitsgänge, die das Naturmaterial nach der Gerbung veredeln. Übrigens: Schuhmacher verstehen unter „Zurichtung“ etwas anderes, und zwar die Bearbeitung von Konfektionsschuhen unter fußgerechten Aspekten.